Salzburg/Tirol. Bereits zum 71. Mal klopfen die Sternsinger der Katholischen Jungschar zum Jahreswechsel an die Haustüren, verkünden als „Heilige Drei Könige“ die Friedensbotschaft und bringen Segen. Und es ist ein Geben und Nehmen im besten Sinne. Denn umgekehrt werden dabei Spenden gesammelt, die den ärmsten Menschen in 19 Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas zugute kommen.
Eines der 500 Hilfsprojekte, das heuer stellvertretend für viele ähnliche Schauplätze in den Fokus rückt, ist die Unterstützung von Kindern in Nepal. Im diesjährigen Schwerpunktland lebt von rund 30,9 Millionen Menschen gut die Hälfte in Armut. Rund eine Million Kinder unter 17 Jahren müssen Kinderarbeit leisten: in der Landwirtschaft, bei der Herstellung von Ziegeln (siehe Bild unten), in Teppichwebereien, als Haushaltshilfen und auch an Orten mit sexueller Ausbeutung. Körperliche Züchtigungen sind ebenso weit verbreitet wie Kinderehen und Menschenhandel.
„Vom Gesetz her besteht für die Ehe ein Mindestalter von 20 Jahren, doch in der Praxis sind in Nepal vier von zehn Mädchen und einer von zehn Burschen unter 18 Jahren verheiratet“, sagt Sanjeev Adhikari, Geschäftsführer der nepalesischen Kinderschutz-Organisation Yuwalaya. Gemeinsam mit Premeeka Maharja, Leiterin eines Netzwerks von Kinder- und Jugendclubs schilderte er beim Österreich-Besuch die Situation in seiner Heimat.
Maharja ist selbst Absolventin eines so genannten „Child Clubs“ und will die Hilfe, die ihr zuteil wurde, nun auch an andere weitergeben. Beide haben auch persönliche Erfahrungen mit Kinderarbeit. „Oft arbeiten schon Siebenjährige, auch ich musste in diesem Alter bereits in der Landwirtschaft der Eltern helfen“, sagt Adhikari (im Bild rechts). „Ich habe mit 13 Jahren in einem Uhrengeschäft gearbeitet, auch morgens und abends nach der Schule“, erinnert sich Maharja, die nicht nur deshalb eine glücklichere Zukunft für Kinder möchte.
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