Seggauberg. Kultur verbindet Menschen. Sie kann aber auch trennen oder zu Irritationen und Vorurteilen führen. Die kulturelle Vielfalt gilt es also erst einmal zu erkennen und zu nutzen. Bereits zwischen 20 und 25 Prozent aller in Österreich wirkenden Priester sind nicht österreichischer Herkunft. Die Zahl ist von Diözese zu Diözese leicht unterschiedlich, die Gesamttendenz steigend.
Der Spracherwerb, die Überwindung kultureller Unterschiede und spezifische pastorale Anforderungen der heimischen Kirche sind dabei die zentralen Herausforderungen für die neu nach Österreich kommenden Geistlichen – aber auch für die österreichischen Priesterkollegen und Mitbrüder im Presbyterat. „In der Erzdiözese Salzburg arbeiten 142 Priester. 56 davon kommen aus einer nicht deutschsprachigen Ortskirche. Das sind 39 Prozent“, berichtet Markus Rosskopf, Referent für Weltkirche der Erzdiözese.
„Wir brauchen den kulturellen Austausch unter den Brüdern – vor allem aber den kulturellen Perspektivenwechsel, um zu verstehen, Vorurteile abbauen zu können und in einen produktiven Umgang miteinander zu kommen“, sagt Klaus Erber, Sprecher des Priesterrates der Erzdiözese Salzburg. Unter diesem Gesichtspunkt habe man mit einem Planungsteam der Erzdiözese aus Afro-Asiatischem Institut (AAI), Seelsorgeamt, Personalamt und Stabsstelle Bildung ein Jahr lang das Programm für die diesjährige Priester- und Diakonenwoche auf Schloss Seggau bei Leibnitz vorbereitet.
Gemeinsam mit Erzbischof Franz Lackner, Weihbischof Hansjörg Hofer und Generalvikar Harald Mattel setzten sich die mehr als 60 teilnehmenden Priester und Diakone mit Fragen der kulturellen Begegnung auseinander. „Um die Bedeutung von Weltkirche zu unterstreichen, haben wir unter anderem zu einer neuen Sprachregelung gefunden“, erklärt Generalvikar Harald Mattel. Man nenne ausländische Priester, die in der Erzdiözese ihren Dienst tun, nun Mitbrüder aus anderen Ortskirchen. Schließlich gehe es für die Geistlichen darum, Heimat zu finden, und für die Priester aus Österreich, Heimat zu ermöglichen.
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