Der Lektorendienst erschöpft sich bei Weitem nicht im Vorlesen eines biblischen Textes. Das verdeutlichte Johanna Breuer, die gemeinsam mit Irene Blaschke vor kurzem von Papst Franziskus in Rom zu Ständigen Lektorinnen beauftragt wurden, mit diesen persönlichen Gedanken: „Verkünden bedeutet für mich das Wort Gottes im Inneren aufzunehmen, mich vom Wort berühren lassen, und durch den Geist auch die Herzen meiner Mitmenschen zu berühren.“ Bei einer Vesper in der Dreifaltigkeitskirche und einem Beisammensein im Priesterseminar dankten die beiden nun allen, die sie auf ihrem „Weg nach Rom“, wo sie die Beauftragung entgegennahmen, begleitet hatten. Dabei zitierte Irene Blaschke einen Satz aus der Ansprache von Papst Franziskus bei der Feier im Petersdom: „Antworten wir mit Leidenschaft auf die Frohe Botschaft Christi!“
Den Lektorendienst oder vielmehr diese Berufung lebt auch Theresia Ospald, die mit ganzem Herzen im Salzburger Dom dem Wort Gottes ihre Stimme gibt. Ihr großes Engagement holte Weihbischof Hansjörg Hofer vor den Vorhang, der in seiner Ansprache die vielen Aufgaben beschrieb, die die gebürtige Oberösterreicherin in der Erzdiözese Salzburg seit Jahrzehnten übernommen hatte. Diese Vielfalt fasste der Weihbischof so zusammen: „Du bist eine ,Allrounderin‘ für und in der Kirche.“
Die Liste der haupt- und vor allem ehrenamtlichen Tätigkeiten von Theresia Ospald , die in Abtenau lebt, ist lang. So hat die ausgebildete Lehrerin viele Jahre in der Altenpastoral gearbeitet, sie war in der Jungschar aktiv, im Katholischen Bildungswerk, in der Katholischen Frauenbewegung und im Kirchenchor. Als Mtglied der „Domfamilie“ wirkte sie im Pfarrgemeinderat der Dompfarre und seit 1990 als Lektorin. Weihbischof Hofer verwies in seiner Dankesrede auf Papst Franziskus, der über die „Heiligen von nebenan“ sagte: „Sie produzieren keine Schlagzeilen, erfüllen aber mit Hingabe ihren Dienst.“ Genau diesem Profil entspreche Theresia Ospald, betonte der Weihbischof. Die 85-Jährige möchte sich nach 35 Jahren als Lektorin im Dom nun zurückziehen. „Für mich war es ein Geschenk, dass ich diesen Dienst am Wort Gottes übernehmen durfte.“
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