Salzburg. „Mir gefallen auf der Bühne Momente von Freude und Lebendigkeit. Man hat nur einen Moment, um diesen zu feiern. Das ist, was ich am Musik machen schätze. Es ist zerbrechlich, kostbar und gleichzeitig gibt es eine Lockerheit. Gleichzeitig begeistern mich Momente der Salbung, um sehr biblisch zu sprechen, wo ich auf der Bühne gespielt habe, komplett präsent war und es wirklich für ein paar Sekunden schien, als hätte ich nicht selber gespielt, fast wie ein Déjà-vu in Echtzeit. Langweilig wurde mir bisher noch nie.“ Christian Heidenbauers musikalische Vita ist beeindruckend: Produzent, Musical Director (Anm. so etwas wie ein Musikalischer Leiter, der Auftritte koordiniert, Arrangements anpasst und auf die musikalische Harmonie achtet) für die bekannte Lobpreismusikerin Veronika Lohmer auf der Augsburger MEHR, einer der größten überkonfessionellen Glaubens- und Gebetskonferenzen Europas. Die Liste erweitert sich durch Auftritte mit Rea Garvey oder Andreas Gabalier.
Seit über zehn Jahren ist er Gitarrist der Band von Michael Patrick Kelly (ehemals Kelly Family). „Als ich freiwillig auf einem Festival der Gemeinschaft Emanuel spielte, gefiel mein Auftritt dem Musical Direktor, der mich an seinen Freund Kelly empfahl. Dieser war damals gerade am Beginn seiner Solokarriere und suchte einen Gitarristen. Bald bekam ich also einen Anruf, so begann das Hineinwachsen in die Szene“. Heidenbauer hält es deswegen für wichtig, „Dinge zu tun, mutig zu sein, sich auch sichtbar zu machen, nicht nur zu warten. Dann kann es sein, dass das, was man macht, Anklang findet“.
Nachdem er Anfang seines Studium gläubig wurde, galt das musikalische Interesse ausschließlich der Lobpreis-Musik. „Anfang meiner Zwanziger bin ich da sehr stark hineingekippt. Produzieren, Leiten, Gemeindemäßig, alles was drum herum passiert. Ich habe sehr lange gut darin atmen können und war glücklich“. Rund um die Corona-Krise bemerkte er eine gewisse Veränderung. Dinge, die vorher funktioniert hätten, gingen nicht mehr so leicht wie gewohnt, auch im Glaubensleben. „Ich habe auf eine andere Weise hinterfragt und keine guten Antworten bekommen, auch als Mensch habe ich mich dahingehend woanders hin entwickelt, als dass das Thema Kunst und Musik immer größer geworden ist und ich mich nicht mehr Scheuklappenmäßig auf Lobpreis beschränke, auch wenn ich dort natürlich einen Teil meiner Heimat habe. Ich wurde dahingehend weiter“.
Es kam während einer Studiosession zur Begegnung mit dem Cellisten Christof Unterberger, der sowohl in der klassischen Welt (Aufritte mit Plácido Domingo), im Popbereich (u.a. Christina Stürmer), als auch in Jazz, Soul und Weltmusik (André Heller) aktiv ist und als Komponist für Film, Werbung und TV arbeitet. Die Chemie stimmte von Anfang an. „Wir haben uns schnell auf verschiedenen Ebenen blind verstanden. Man begegnet sehr vielen Musikern im Laufe der Zeit, aber wir sind irgendwie aneinander drangeblieben“. Es entstand das Duo „pars momentum“, das für Heidenbauer mit der persönlichen Glaubensentwicklung, Dinge auch so sein zu lassen, wie sie sind, ohne etwas dazuzugeben, zu tun hat. „Das Projekt ist ein großer Schritt heraus, es hat kein Etikett. Mein Kollege ist auch gläubig, das ist unsere Basis, aber wir müssen keine „um-zu“ Musik machen, damit Leute beten oder sich bekehren, es darf sein, was es ist.
Wie schätzt Heidenbauer allgemein das Verhältnis von Glaube und moderner Musikszene ein? „Ich bin hauptsächlich mit Deutschland vernetzt, dort ist die Popakademie Baden-Württemberg zum Beispiel eine der signifikantesten Popschulen. Da gehen nach der Reihe, über alle Generationen hinweg, Größen an Künstlern, Produzenten und Musikern hervor. Die war immer mit einer christlichen Handschrift, da unter den Gründern viele Christen waren, unter anderem die Söhne Mannheims, das ist immer noch spürbar.“ Allgemein gäbe es in der säkularen, großen deutschen Popszene, die im deutschsprachigen Raum die Wichtigste darstelle, gar nicht wenige Christen. „Es ist trotzdem ein säkulares Netzwerk, aber durch das Christliche ist man verbunden, insofern hat es eine Relevanz, weil man weiß, wer bei wem in der Band spielt. Die Welt ist klein, auch wenn sie groß ist.“ Es gäbe einen Pool an Leuten, die bekannt und christlich seien, das nicht „raushängen“ ließen, aber auch christliche Projekte machen.
Zum Bundesland Salzburg hat er eine besondere Verbindung, war es doch lange Wohnort des studierten Gitarristen. „Es ist Heimat für mich, auch die Stadt Salzburg. Das war einfach immer das Zentrum“, weiterhin besteht eine Verbindung zur Loretto Gemeinschaft und Home Base. „Es ist total schön, dass wir hier Zwischenstopp machen, mal schauen, was passiert“.
Was erwartet nun das Publikum beim Konzert? Heidenbauer beschreibt es als Klangreise und Spielweise zweier Musiker, die ihre Instrumente „erforschen“. „Das, was wir jetzt auf die Bühne bringen, hat einen Vorlauf von mehreren Jahren, was es auch gebraucht hat. Jetzt ist der Zeitpunkt, an dem wir das Baby auf die Welt bringen“. Er verspricht: „Es wird laut, leise, groovig und jazzig, auch anders, als man es kennt. Wir malen Musik live auf eine Leinwand“.
teil
nehmen
Donnerstag, 3. April, 19.30 Uhr, Kapitelsaal
pars momentum - live in concert
Karten unter www.parsmomentum.com/live
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