Als Franziskaner ließ es sich Erzbischof Franz Lackner nicht nehmen, die neue Kapelle einzuweihen. Sie ist seinem 1933 verstorbenen Ordenskollegen Johann Seisl, einem der begnadetsten Schnitzer Tirols und großem Wörgler „Sohn“, gewidmet. Der Erzbischof betonte bei der Segnung, dass Krippengestalten Verkündigung sei, und appellierte an die Anwesenden, diesen Ort, der auch für die Heilige Familie stehe, heilig zu halten.
Freuten sich alle über die Eröffnung des Kapellenjuwels (v. l. n. r.): Kulturreferent Sebastian Feiersinger, Bürgermeister Michael Riedhart, Erzbischof Franz Lackner, „Kapellenvater“ Hans-Peter Gruber und Pfarrprovisor Christian Hauser.
Auftraggeber der Sanierung der verfallenen Kapelle war die Stadtgemeinde Wörgl. Ihr war es ein Anliegen, dass die Dallnkapelle nicht dem Neubau eines Wohnblocks zum Opfer fällt. Daher legte sie im Baubescheid die Versetzung auf ein nahes städtisches Grundstück und die Neuerrichtung nach den ursprünglichen Plänen fest. „Wir wollten dieses kulturell wertvolle Gut erhalten und ein Gedenken an Johann Seisl schaffen. Durch private Spenden, die Unterstützung des Bauträgers und finanzielle Mittel der Stadtgemeinde war das Projekt vom Dachstuhl bis zu den Figuren gemeinsam umsetzbar“, freut sich Bürgermeister Michael Riedhart über das seltene Ereignis einer Kapelleneinweihung in der eigenen Stadtgemeinde. Er zog den Hut vor der vielen ehrenamtlichen Arbeit und dem Fleiß aller Beteiligten.
„Seisl-Verehrer“ Hans-Peter Gruber erlebte bei der Einweihung sehr berührende Momente voller Stolz und Dankbarkeit. Er hat mit großem Engagement und Wissen die Sanierung federführend begleitet und in unzähligen ehrenamtlichen Stunden die Seisl-Krippe, das Herzstück der Dallnkapelle, und weitere Kunstwerke restauriert und gestaltet. Pfarrprovisor Christian Hauser bezeichnete ihn sogar als „Vater der Kapelle“ und überreichte ihm dankend Brot, Wein und Salz.
Erzbischof Franz Lackner weihte die neu errichtete Dallnkappe, die nun ganzjährig tagsüber geöffnet ist, im Rahmen eines feierlichen Festaktes ein.
Hans-Peter Gruber (r.) in der Kapelle mit Kollegen vom Wörgler Krippenverein.
Erzbischof Franz Lackner mit Fahnenabordnungen. Die Wörgler Traditionsvereine Rotes Kreuz, Kameradschaftsbund, Schützengilde und die Sepp Innerkofler Standschützenkompanie waren mitdabei.
Auch der ehemalige Direktor des Katechetischen Amts der Erzdiözese Salzburg und gebürtige Wörgler, Josef Rupprechter, ließ es sich nicht nehmen, mit seiner Frau aus Salzburg zu kommen. Er ist ein Verwandter des "Krippenvaters" Johann Seisl. Hier im Gespräch mit Erzbischof Franz Lackner.
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