Nachdem Erzbischof Gebhard das Bistum Gurk schon aus Salzburger Besitzungen errichtet hatte, was ihm das einzigartige Recht verschaffte, die dortigen Bischöfe einzusetzen, stiftete er anno 1074 auch Admont als „Eigenkloster“. Die Mönche kamen von St. Peter. Als geistiges Zentrum und weltlichen Stützpunkt stattete er Admont, das älteste Kloster der Steiermark, großzügig mit Gütern aus. Zur Schenkung zählten Lehen in St. Veit, das damals erstmalig als Pfarre bezeichnet wird und die eine zeitlang Goldegg, St. Johann, Großarl und die Gastein mitbetreut hat. Ab 1244 gehörte sie dem Domkapitel (bis 1807). Die früheste Kirche bestand aus Holz. Der Kirchenpatron und Nothelfer deutet sogar auf eine slawische Gründung hin.
Die Urkunde vor 950 Jahren führt ebenso Höfe in Pfarrwerfen an, das auch schon in dieser Frühzeit Pfarre genannt wird; zuständig für das Salzach- und Fritztal, mit Seitentälern. Der Gurker Bischof Roman nahm folglich 1139 die Kirchweihe vor. Der heutige Bau stammt aus dem 14. Jahrhundert. Im Jahre 1398 verleibte Papst Bonifaz IX. sie der erzbischöflichen Tafel ein. Bis ins 19. Jahrhundert trug der Ort den Namen des Kirchenpatrons St. Cyriak.
Selbst der größte Pfarrsitz Altenmarkt/Radstadt sollte zu den Einkünften des jungen Klosters beitragen – mit dem üblichen Zehent. Der ursprüngliche Pfarrsitz 1074 war in Altenmarkt, das damals Radstat hieß. Dieser Name wanderte erst 200 Jahre später in die neue Siedlung mit. Altenmarkt hat sich dann Ende des 14. Jahrhunderts eingebürgert. Es könnte aber schon im Mittelalter – wie übrigens auch Oberalm und Großarl – das Marktrecht besessen haben; und geblieben ist ihm auch der Dekanatssitz.
Der erste namentlich bekannte Pfarrer During von Rastat war von Adel und ließ sich seelsorglich von einem Provisor und wirtschaftlich von einem Zehenteinnehmer unterstützen. Immerhin gingen aus dieser Großpfarre im Lauf der Zeit die Seelsorgsorte Wagrain, St. Martin, Filzmoos, Hüttau, Eben, Flachau, Kleinarl, Forstau und Untertauern hervor.
Anno 1289 verlieh Erzbischof Rudolf von Hoheneck Neu-Radstadt das Stadtrecht: als Stützpunkt für den wachsenden Handel über die Tauern sowie als Grenzbastion. 1299 wird eine Virgilkapelle erwähnt; zu den Umbauten zur Stadtpfarrkirche wird sogar Dombaumeister Santino Solari hieher beordert. Erzbischof Paris Lodron sorgte weiters für eine Niederlassung der Kapuziner, die bis 1978 segensreich in Radstadt wirkten. 1908 wurde im Pfleggericht der spätere Erzbischof Karl Berg geboren: der dritte Pongauer auf dem Thron des hl. Rupert.
Die reiche Dotierung war existenziell für das Aufkommen des neuen Klosters Admont. Seine geistlichen und weltlichen Mitarbeiter leisteten ihrerseits wichtige Arbeiten in der Kultivierung dieses Salzburger Gebietes durch die Jahrhunderte. In der Landeshauptstadt besaßen die Mönche am Ende der Getreidegasse einen Hof, der ab 1327 zum Bürgerspital gehörte – bei der Kapelle des Hl. Blasius (1183).
Wissenswert
Das Stift Admont feiert das ganze Jahr über sein Jubiläum. Am 14./15. Juni findet ein wissenschaftliches Symposium über Erzbischof Gebhard von Salzburg statt. Infos: stiftadmont.at
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