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Linz. Mit einer gemeinsamen Eucharistiefeier begann zu Christi Himmelfahrt in Linz das 75-Jahr-Fest der Katholischen Aktion Österreich (KAÖ). Auch eine Gruppe aus den verschiedenen Gliederungen und Einrichtungen der KA Salzburg nahm an den Jubiläumsfeierlichkeiten teil, darunter Generalsekretär Simon Ebner. Sein Eindruck: „Dass sich so viele, auch recht junge Menschen aus dem KA-Netzwerk getroffen haben, gemeinsam Gottesdienst feierten und – ohne eine abzuarbeitende Tagesordnung – einfach eine gute Zeit miteinander verbrachten, war ein ganz wesentlicher Mehrwert dieses Festes. Die Begeisterung und Energie waren im Raum spürbar – das tat gut!“
Die Feier wurde auch deshalb als ganz besonders erlebt, da die bundesweite Vernetzung ansonsten fast ausschließlich über die Gliederungen läuft. Im KAÖ-Kontext treffen sich üblicherweise nur die Spitzen der Diözesen und Bundesorganisationen.
Politikerinnen und Politiker hoben die Bedeutung der Katholischen Aktion als zivilgesellschaftliche Stimme hervor. Politik müsse mehr sein als Parteipolitik und dazu brauche es gesellschaftliche Kräfte wie die KA, die sich kompetent deutlich und mutig zu Wort melden. Dazu erklärte die Salzburger KA-Präsidentin Elisabeth Mayer: „Mich freut besonders die Erfahrung, dass unser politisches Personal abseits der Medienarena auch anders kann. Männer und Frauen aus fast allen politischen Parteien – die FPÖ lehnte die Einladung ab – zeigten sich wertschätzend, dialogbereit und bemüht, einen Weg zu mehr Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung zu suchen.“
Mit „Zukunftsmanifest“ auf dem Erneuerungsweg
In einem eigens zum Jubiläumsjahr verfassten „Zukunftsmanifest“ mit dem Titel „... in der Spur Jesu“ spricht sich die KA Österreich für eine „Kirche auf dem Erneuerungsweg“ aus. „Seit 75 Jahren leben in der Katholischen Aktion Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer ihre christliche Berufung“, heißt es darin. Mit dieser „reichen Erfahrung in der Spur Jesu“ breche die KA in die Zukunft auf und lade dazu ein, „ein Beziehungs- und Gemeinschaftsgefüge im Geist des Evangeliums auf- und weiterzubauen und die Idee des guten Lebens für alle in Gesellschaft, Politik und Kirche wachzuhalten“.
Die von multiplen Krisen geprägte Gegenwart berge für Kirche und Gesellschaft neue Herausforderungen, so die KA, die konkret die steigende Frauen- und Kinderarmut, strukturelle Benachteiligung von Frauen und Missbrauch in unterschiedlichen Formen benennt. Hier brauche es dringend ein Umdenken und konkrete Maßnahmen. Kirchenpolitisch bekräftigt die KA ihre Forderung nach Strukturen, die das ehrenamtliche Engagement fördern und wertschätzen. So werbe man für „eine Kirche, in der alle Menschen tatsächlich und in allen Wirkfeldern gleichberechtigt sind“. Die KA wolle „mithelfen, die patriarchalen Muster und Strukturen in der Gesellschaft aufzuheben“ – mit dem Verweis auf notwendige Reformen im Bereich der Geschlechtergerechtigkeit in der katholischen Kirche.
Als offizielle Laienorganisation der katholischen Kirche Österreichs trage und gestalte man die Sendung der Kirche mit und beteilige sich aktiv am Synodalen Prozess, mit dem Papst Franziskus die Kirche auf einen Erneuerungsweg geschickt habe. Voraussetzung für echte Synodaliät sei „eine ehrliche und auf allen Ebenen stattfindende synodale und partizipative Verfassung der Kirche“.
Es gelte eine Kirche zu bauen, „in der junge Menschen gehört werden und ihre Sprache gesprochen wird“, aber auch ältere Menschen „mit ihrer Weisheit“ müssten geschätzt werden. Weiters dürfe die Kirche die „radikale Botschaft des Evangeliums mit Gewaltverzicht und Option für die Armen nicht verwässern“. Auch könne „eine Kirche, in der die Schöpfung bewahrt und jegliche Mitwelt geschützt wird, zur Rettung der Welt als bewohnbarer Planet beitragen“.
tom/kap
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