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Salzburg. Zum 1050. Jahrestag der Gründung des Bistums würdigte die Erzdiözese Prag vergangene Woche Prälat Johannes Nepomuk Neuhardt für seine „besonderen Verdienste“ mit der Gedenkmedaille in Silber. Die Ehrung sei „ein Zeichen großer Dankbarkeit für seine unermüdliche und konkrete Unterstützung in den schwierigen Zeiten des totalitären Regimes“, betonte der Prager Erzbischof Jan Graubner.
Neuhardt half dem legendären Kardinal František Tomášek, der in Tschechien offen Widerstand gegen das kommunistische Regime leistete, Kontakt mit dem Ausland zu halten, unter anderem durch eine diplomatische Intervention beim damaligen Bundespräsidenten Rudolf Kirchschläger. Außerdem vertiefte Neuhardt als Gründer und Direktor des Dommuseums die Zusammenarbeit zwischen Salzburg und Prag, vor allem in Bezug auf Kunstgeschichte und Museumsorganisation. Für die Prager Kathedrale besorgte der Salzburger Geistliche Reliquien der heiligen Agnes von Böhmen vom spanischen König, weil das Grab der Heiligen in den Hussitenkriegen vernichtet worden war.
Für seine Verdienste wurde der 93-jährige Prälat bereits zuvor vielfach ausgezeichnet, unter anderem 1997 mit dem „Bürgerbrief der Stadt Salzburg“. Papst Johannes Paul II. ernannte ihn zum Apostolischen Protonotar. Zudem ist Neuhardt Träger des österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst erster Klasse.
In der Erzdiözese wirkte der Geehrte als Subregens im Salzburger Priesterseminar, Diözesankonservator, Dechant des Domkapitels (von 1992 bis 2005), Zeremoniär des Erzbischofs, geistlicher Assistent der Katholischen Männer- und Frauenbewegung und gehörte viele Jahre dem Konsistorium an. Besondere Verdienste erwarb er sich auch um den Auf- und Ausbau der Telefonseelsorge.
tom/eds
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