Elsbethen/Wals. Die Musik hat ihn von Kindesbeinen an begleitet – und auch nach 50 Jahren als Organist zeigt der Elsbethener Paulus Waldmann keine „Abnützungserscheinungen“. Im Gegenteil. „Ich empfinde den Beruf immer noch als wunderschön und habe, trotz meiner mittlerweile 63 Jahre, keine Gedanken ans Aufhören. Das Orgelspiel und der Chorgesang in der Kirche sind ganz besondere Formen der Musik, weil man einen Beitrag zur Verherrlichung der Schöpfung leistet“, schwärmt Waldmann und spricht mit leuchtenden Agen von den „starken Emotionen“, die er beim Musizieren in der Kirche verspürt.
Wer angesichts der Altersangabe und des runden Jubiläums nachgerechnet hat, stellt fest: Schon mit 13 Jahren begann die kirchenmusikalische Karriere des Organisten und Chorleiters (im Bild oben 1977 im Alter von 16 Jahren). Als Achtjähriger begann er mit dem Klavierspiel, fünf Jahre später folgte jenes Schlüsselerlebnis, das ihn in weiterer Folge zum Organisten reifen ließ. „Bei einem Verwandtenbesuch in St. Koloman gingen wir in die Messe und ich schaute der dortigen Organistin beim Spielen zu. Die Begleitung des Volksgesangs mit Akkorden traute ich mir auch zu und begann gleich darauf in der Elsbethener Kirche auf der Orgel zu üben.“
Der weitere Weg des jungen Talents war vorgezeichnet. Noch in der gleichen Woche begleitete der 13-jährige Paulus in Elsbethen als Organist den Gottesdienst und tat dies von da an regelmäßig. Hatten die Eltern vor der Premiere noch an „Hirngespinste“ und eine „Schnapsidee“ ihres Sohnes geglaubt, waren sie nach seiner Premiere als Organist erstaunt und begeistert.
Viele Jahre lang lebte Paulus Waldmann seine Leidenschaft in der Folge als Freizeitvergnügen aus, doch mit knapp 50 traf er eine weitreichende Entscheidung. Er kündigte seinen Bankjob und ist seither selbstständiger, hauptberuflicher Organist: vom Gottesdienst bis zur Hochzeit, von der Taufe bis zur Beerdigung. In 50 bis 70 Gemeinden war er dabei schon im Einsatz, regelmäßig spielt er aktuell in acht bis zehn Pfarren in Stadt und Land Salzburg. Besondere Freude hat er außerdem seit 2015 als Chorleiter in Wals („ein wirklich sehr guter Kirchenchor mit einer tollen Gemeinschaft“).
Das „Miteinander“ ist Waldmann in allen Bereichen wichtig. „Bitte erwähnen Sie die gute Zusammenarbeit mit den Priestern und den kirchenmusikalisch Verantwortlichen. Das ist mir ein großes Anliegen“, schließt der Kirchenmusik-Veteran selbstlos seine Erzählungen.
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