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Wenn P. Jakob Auer OSB, Josef Grünwald und Johannes Lackner am 29. Juni (Beginn des Gottesdienstes ist um 14.30 Uhr) von Erzbischof Franz Lackner zum Priester geweiht werden, stellt sich für die Erzdiözese die Frage wieder: Was bedeutet die Weihe und warum ist das Sakrament anders als eine Beauftragung? Zeigt sich darin mehr als der Start in ein neues Berufsleben? von David Pernkopf Der Start ins Arbeitsleben ist aufregend, anstrengend – und oft ganz anders als geplant. Selten aber beginnt es mit einer solch tiefgreifenden Zeichenhandlung wie die der Priesterweihe, die mehr als ein Versprechen oder eine Beauftragung ist. Das Sakrament der Weihe verändert und definiert das Leben von Johannes Lackner, Josef Grünwald und P. Jakob Auer OSB aus dem Erzstift St. Peter. Am 29. Juni erwartet sie ein voller Dom, unzählige Gläubige und viel Weihrauch. Äußerlich spielt sich bei der Priesterweihe viel ab. Die Feier bewegt sich zwischen Intimität und Öffentlichkeit, weil sie große Zeichen von den jungen Männern abfordert. Mehr aber ist sie bestimmt ein innerlicher Vorgang, der die Herzen der Weihekandidaten und ihrer Familie bewegt. Für Paul Faulhaber, der als Zeremoniär dabei sein wird, gibt es zwei besonders emotionale Momente: „Beim Treueversprechen legt der Kandidat seine Hände in die des Bischofs. Wie kraftvoll und eindringlich diese Geste ist, wird schon spürbar, wenn sie probehalber vollzogen wird. Der zweite Moment ist die Allerheiligenlitanei. Um die auf dem Boden ausgestreckten Kandidaten zu stehen und die Heiligen anzurufen – da spüre ich immer wieder, dass mein schwaches Gebet gefragt ist, um einen kleinen Beitrag zum Gelingen eines priesterlichen Lebens zu leisten.“ Was passiert da? Es ist ein erhabener Moment, wenn im Dom den Weihekandidaten in Stille die Hände aufgelegt werden und dazu die Salvator-Glocke erklingt. Bereits im Neuen Testament sind mehrfach das Gebet und die Handauflegung als Sendungsauftrag bezeugt. In der Weiheliturgie ist sie Zeichen für die Herabkunft des Geistes. Martin Seidler, Leiter des Liturgiereferats und Büroleiter des Erzbischofs, erklärt die Zeichen der Handlauflegung im großen Zusammenhang der Geschichte der Kirche seit ihren Ursprüngen: „Ein wichtiger Moment zum Verstehen ist der Gedanke von der apostolischen Sukzession: es ist das Vertrauen, dass der Sendungsauftrag Jesu durch die Handauflegung über die Jahrhunderte weitergegeben wurde und dadurch eine konkrete Verbindung mit dem Ursprung gewährt ist.“ Das bedeutet: Die Gläubigen dürfen durch das Zeichen der Handauflegung darauf vertrauen, dass die heutige Kirche im Innersten dieselbe ist wie jene zur Zeit der Apostel. Weitere Elemente, wie das Anlegen der Gewänder danach, die Salbung der Hände oder das Überreichen der Gaben für die Eucharistiefeier sind nachgeordnet und deuten das Geschehen, berichtet Seidler. Für die Liturgie der Weihe gilt: Es geschieht wenig aus Gewohnheit oder zufällig, weshalb gutes Proben und diskretes Leiten in der Liturgie erforderlich sind. Die Handauflegung, die im Schweigen erfolgt, bildet gemeinsam mit dem Weihegebet den wesentlichen Moment der Spendung des Weihesakraments, sagt der erzbischöfliche Zeremoniär. Was ist die Herausforderung, das Besondere dieses Jahr? „Besonders ist zunächst, dass es in diesem Jahr drei Weihekandidaten gibt. Sie kommen einerseits aus dem Priesterseminar, anderseits gehört einer der Kandidaten dem Benediktinerorden an, weshalb sie das Treueversprechen gegenüber dem Bischof auf unterschiedliche Weise leisten“, berichtet Faulhaber und stellt so die Unterschiede dar. Ein Dienst für die anderen „Durch das Weihesakrament tritt man in ein Dienstamt ein. Ein Dienst für die anderen. Unserem Erzbischof ist in diesem Zusammenhang sehr wichtig: ‚Alleine sind wir nicht genug‘.Für Geweihte gilt dies besonders“, erklärt Seidler. Damit ist schon in der Weihe angezeigt, dass es sich hier nicht nur um den Beginn eines spannenden, fordernden oder unmöglichen Berufes handelt, sondern um einen existenziellen Akt, der mehr ist als ein Versprechen: Ein Akt der Übereignung an Jesus Christus und die Nächsten. Also ein Geschenk für Gott an die Menschen.
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