Aktuelles E-Paper
Die armenisch-aserbaidschanische Grenzregion hat eine konfliktbeladene Geschichte. Und genau hier will Armenologin Dum-Tragut das Kloster Arakelots und die gleichnamige mittelalterliche Siedlung vor dem Verfall retten. „Seine abgeschiedene Lage und die Nähe zur armenisch-aserbaidschanischen Grenze unterstreichen seine historische und geopolitische Bedeutung. Die Restaurierung könne als Katalysator für Versöhnung, regionale Stabilität und nachhaltige Entwicklung wirken und einen Weg bieten, das Erbe in eine Ressource für Frieden und Fortschritt zu verwandeln“, zeigte sich Dum-Tragut überzeugt.
Die Expertin freut sich jetzt über einen wichtigen Schritt: die erfolgreiche Nominierung für das internationale Programm der sieben am stärksten gefährdeten europäischen Kulturstätten. „Europa Nostra 7 most endangered“ soll die Zukunft für Arakelots sichern. Dazu werden öffentliche und private Partner auf lokaler, nationaler und europäischer Ebene mobilisiert.
Zu den vorgeschlagenen Maßnahmen gehören die Erforschung, Reinigung und Erhaltung des Klosters sowie die Entwicklung eines nachhaltigen Ökotourismus. Organisationen vor Ort sind laut Dum-Tragut maßgeblich beteiligt. Bildungsinitiativen und Verbesserungen der Wanderwege zielten weiters darauf ab, die Bevölkerung wieder mit diesem vergessenen Schatz aus dem Mittelalter in Kontakt zu bringen, Stolz und Wertschätzung für die kulturelle Identität der Region zu fördern.
Bemerkenswert ist etwa ein Fresko des heiligen Sargis, eine seltene Darstellung des armenischen Heiligen. Zu den Überresten der Siedlung gehörten zudem zwei Kirchen, eine Karawanserei, eine Ölmühle und die Sranots-Brücke, „die zusammen die Geschichte eines pulsierenden mittelalterlichen Handelszentrums an der armenischen Seidenstraße erzählen“.
kap
Aktuelles E-Paper